Briefe gegen das Vergessen

British lawyer, Peter Benenson, launches an Appeal for Amnesty ’61 with the publication of an article, ‚The Forgotten Prisoners‘ in The Observer newspaper, London, United Kingdom (UK), on May 28th. The imprisonment of two Portuguese students who had raised their wine glasses in a toast to freedom moved Benenson to write this article which proved to be the genesis of AI.

Briefe gegen das Vergessen

Täglich werden Menschen weltweit festgenommen, bedroht, gefoltert, getötet. Weil sie ihre Meinung sagen, sich für die Menschenrechte in ihrem Land einsetzen oder mit friedlichen Mitteln ihre Regierung kritisieren. Gewaltlose politische Gefangene verschwinden oft für Jahre hinter Gittern – ohne faires Gerichtsverfahren und unter unterschiedlich schwierigen Haftbedingungen. Die Gefahr, dass sie vergessen werden, ist groß. Darum brauchen sie unseren Schutz, unsere Solidarität, unseren Einsatz!

Aus diesem Grund startet Amnesty International sogenannte „Briefe gegen das Vergessen“. Sie geben den Gefangenen Hoffnung und zeigen den Verantwortlichen, dass die Gefangenen nicht in Vergessenheit geraten sind. Die „Briefe gegen das Vergessen“ wirken durch ihre enorme Anzahl.


Wir brauchen Ihre Unterstützung

Wir brauchen Ihre Unterstützung. Gegen das Vergessen. Beteiligen Sie sich an den Briefen gegen das Vergessen.

Juli 2021

 

Valparaíso Regional Prosecutor’s Office
Señora Fiscal Regional de Valparaíso
Claudia Perivancich Hoyuelos
Blanco 937 Piso 4, Edificio

Tecno Pacifico
Valparaíso/CHILE
E-Mail: murrutia@minpublico.cl

Im Juli 2021

Sehr geehrter Frau Staatsanwältin,

aufgrund von Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wende ich mich heute an Sie.

AI ist eine unabhängige nicht-staatliche Organisation mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen und der UNESCO. Die Organisation arbeitet weltweit für die Verteidigung von Menschen, die unter der Verletzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen inhaftiert, gefoltert, verschleppt oder getötet wurden bzw. werden. 

In diesem Fall handelt es sich um Verónica Vilches, Lorena Donaire

und Carolina Vilches.

Mit großer Sorge habe ich von den Menschenrechtsverletzungen an den Umweltschützerinnen der Organisation MODATIMA erfahren. Die Aktivist_innen der Umweltschutzorganisation sind seit Jahren Drohungen, Stigmatisierungen und Schikanen ausgesetzt. Dabei stehen die drei Sprecherinnen der Organisation, Verónica Vilches, Lorena Donaire und Carolina Vilches besonders im Fokus: Am 13. Februar 2021 erhielt Verónica Vilches eine erste Morddrohung, am 6. Juni die zweite. In beiden Fällen weigerte sich die Polizei (Policía de Investigaciones de Chile  PDI) „aufgrund unerfüllter administrativer Auflagen“, zu ermitteln. Erst nachdem sich Amnesty International bei der Staatsanwaltschaft einsetzte, wurde eine Untersuchung eingeleitet.

Bitte richten Sie daher Beschwerdewege für Menschenrechtsverteidiger_innen ein. Die Aktivist_innen von MODATIMA müssen dabei im Fokus stehen, da sie bereits mehrmals angegriffen wurden. Sorgen Sie bitte außerdem dafür, dass die Aktionen der PDI und der Carabineros koordiniert, zeitnah und nicht einschüchternd sind.

Hochachtungsvoll

Governor of Kano State
H. E. Abdullahi Umar Ganduje
The Executive Governor of Kano State
Governor’s Office
Kano/NIGERIA
E-Mail: info@kanostate.gov.ng
Twitter: @GovUmarGanduje

Im Juli 2021

Sehr geehrter Herr Gouverneur,

aufgrund von Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wende ich mich heute an Sie.

AI ist eine unabhängige nicht-staatliche Organisation mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen und der UNESCO. Die Organisation arbeitet weltweit für die Verteidigung von Menschen, die unter der Verletzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen inhaftiert, gefoltert, verschleppt oder getötet wurden bzw. werden. 

In diesem Fall handelt es sich um den Journalisten Jaafar Jaafar.

Mit großer Sorge habe ich von seinem Schicksal erfahren.

Im Oktober 2018 veröffentlichte Jaafar Jaafar Videoclips, um zu belegen, dass Sie, Gouverneur des Bundesstaates Kano, Bestechungsgelder angenommen haben. Seitdem wird der Journalist verfolgt. Zunächst reichten Sie eine Verleumdungsklage gegen ihn ein, nun behaupten die Behörden, dass sie im Zuge ihrer Ermittlungen Hinweise auf kriminelles Verhalten gefunden hätten. Unbekannte Männer beobachteten sein Haus und suchten offenbar nach ihm. Außerdem erhielt er Morddrohungen.

Am 20. April 2021 erschien eine Polizeieinheit im Büro von Jaafar Jaafar und nahm ihn zum Verhör mit: Er stachele zur Gewalt auf und verbreite schädigende Unwahrheiten über den Generalinspektor der Polizei. Im Mai 2021 floh Jaafar Jaafar schließlich aus Nigeria, da er um seine Sicherheit und die seiner Familie fürchtete.

Bitte, sehr geehrter Herr Gouverneur, sorgen Sie dafür, dass alle Anklagen gegen Jaafar Jaafar sofort fallen gelassen werden. Beenden Sie bitte auch umgehend die Schikanen gegen ihn und andere Journalisten und stellen Sie sicher, dass ihre Rechte geachtet werden. Sie müssen zukünftig vor Repressalien, Einschüchterung und Schikanen geschützt werden.

Mit freundlichen Grüßen

His Majesty King Salman

bin Abdul Aziz Al Saud
Office of His Majesty

the King Royal Court
Riyad
SAUDI-ARABIEN
Fax: 00 966 – 11 403 3125
Twitter: @KingSalman
Im Juli 2021

Majestät,

aufgrund von Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wende ich mich heute an Sie.

AI ist eine unabhängige nicht-staatliche Organisation mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen und der UNESCO. Die Organisation arbeitet weltweit für die Verteidigung von Menschen, die unter der Verletzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen inhaftiert, gefoltert, verschleppt oder getötet wurden bzw. werden.

In diesem Fall handelt es sich um Abdulrahman al-Sadhan.

Er wurde am 5. April 2021 vom Sonderstrafgericht (SCC) in Riad zu 20 Jahren Haft verurteilt, denen ein 20-jähriges Reiseverbot folgen soll. Dabei übte der 37-jährige Mitarbeiter des Roten Halbmonds nur friedlich sein Recht auf freie Meinungsäußerung aus. Dem Urteil war ein unfairer Prozess vorausgegangen, das „Geständnis“ soll unter Folter erpresst worden sein.

Deshalb appelliere ich dringend an Sie, Majestät: Setzten Sie sich bitte dafür ein, dass Abdulrahman al-Sadhan

  1. umgehend und bedingungslos freigelassen wird;
  2. bis zu seiner Freilassung Besuche und anderweitigen Kontakt zu seiner Familie haben kann.

Zudem muss sichergestellt werden, dass er nicht gefoltert oder misshandelt wird.

In der Hoffnung, dass Sie sich für Abdulrahman al-Sadhan einsetzen, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen