Briefe gegen das Vergessen

British lawyer, Peter Benenson, launches an Appeal for Amnesty ’61 with the publication of an article, ‚The Forgotten Prisoners‘ in The Observer newspaper, London, United Kingdom (UK), on May 28th. The imprisonment of two Portuguese students who had raised their wine glasses in a toast to freedom moved Benenson to write this article which proved to be the genesis of AI.

Briefe gegen das Vergessen

Täglich werden Menschen weltweit festgenommen, bedroht, gefoltert, getötet. Weil sie ihre Meinung sagen, sich für die Menschenrechte in ihrem Land einsetzen oder mit friedlichen Mitteln ihre Regierung kritisieren. Gewaltlose politische Gefangene verschwinden oft für Jahre hinter Gittern – ohne faires Gerichtsverfahren und unter unterschiedlich schwierigen Haftbedingungen. Die Gefahr, dass sie vergessen werden, ist groß. Darum brauchen sie unseren Schutz, unsere Solidarität, unseren Einsatz!

Aus diesem Grund startet Amnesty International sogenannte „Briefe gegen das Vergessen“. Sie geben den Gefangenen Hoffnung und zeigen den Verantwortlichen, dass die Gefangenen nicht in Vergessenheit geraten sind. Die „Briefe gegen das Vergessen“ wirken durch ihre enorme Anzahl.


Wir brauchen Ihre Unterstützung

Wir brauchen Ihre Unterstützung. Gegen das Vergessen. Beteiligen Sie sich an den Briefen gegen das Vergessen.

Juni 2021

 

Kay Ivey
Governor of Alabama
Office of the Governor of Alabama
600 Dexter Avenue
Montgomery, AL 36130
USA
Im Juni 2021

Sehr geehrte Frau Gouverneurin,

aufgrund von Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wende ich mich heute an Sie.

AI ist eine unabhängige nicht-staatliche Organisation mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen und der UNESCO. Die Organisation arbeitet weltweit für die Verteidigung von Menschen, die unter der Verletzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen inhaftiert, gefoltert, verschleppt oder getötet wurden bzw. werden. 

In diesem Fall handelt es sich um Rocky Myers.

Er sitzt seit 1994 im US-Bundesstaat Alabama im Todestrakt. Eine fast ausschließlich weiße Jury hatte ihn mit neun zu drei Stimmen wegen eines Mordes an seiner weißen Nachbarin zu lebenslanger Haft verurteilt, ohne Möglichkeit auf Bewährung. Der Richter setzte sich jedoch über dieses Votum hinweg und verhängte die Todesstrafe – eine Praxis, die in Alabama inzwischen verboten ist. Nach seiner Verurteilung verpasste Rocky Myers aufgrund unfairer Verfahren wichtige Fristen, um Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen. Mit elf Jahren wurde bei ihm eine geistige Behinderung diagnostiziert. Es liegen keine Beweise gegen Rocky Myers vor. Zentrale Zeugenaussagen gegen ihn weisen Ungereimtheiten auf, und es gibt Berichte, dass sie unter Druck von Polizeibeamten gemacht wurden. Eine Aussage wurde später als unwahr widerrufen.

Deshalb appelliere ich dringend an Sie, sehr geehrte Frau Gouverneurin:

Wandeln Sie bitte das Todesurteil um.

Hochachtungsvoll

Zhao Kezhi
Minister of Public Security
14 Dongchanganjie, Dongchengqu
Beijing Shi 100741
VOLKSREPUBLIK CHINA
E-Mail: gabzfwz@mps.gov.cn
Im Juni 2021

Sehr geehrter Herr Minister,

aufgrund von Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wende ich mich heute an Sie.

AI ist eine unabhängige nicht-staatliche Organisation mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen und der UNESCO. Die Organisation arbeitet weltweit für die Verteidigung von Menschen, die unter der Verletzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen inhaftiert, gefoltert, verschleppt oder getötet wurden bzw. werden. 

In diesem Fall handelt es sich um Gao Zhisheng.

Der Menschenrechtsanwalt hat Menschenrechtsverteidiger_innen vor Gericht vertreten und politisch brisante Fälle übernommen – sein Einsatz für Menschenrechte hat ihn in China bekannt gemacht. Am 13. August 2017 wurde Gao Zhisheng von seiner Familie als vermisst gemeldet, nachdem seine Frau ihn zwei Tage lang nicht erreichen konnte. Da sich die Behörden weigern, seinen Aufenthaltsort bekannt zu geben, gilt er seither als Opfer des Verschwindenlassens und ist in Gefahr, gefoltert oder misshandelt zu werden. Seine Familie weiß nach wie vor nichts über seinen Gesundheitszustand oder die Gründe für seine Inhaftierung. Gao Zhisheng ist bereits in der Vergangenheit Opfer des Verschwindenlassens geworden und befand sich als gewaltloser politischer Gefangener in Haft.

Ich appelliere nun dringend an Sie, sehr geehrter Herr Minister: Bitte geben Sie den Aufenthaltsort von Gao Zhisheng bekannt und sorgen Sie dafür, dass

  1. der Menschenrechtsanwalt umgehend und bedingungslos freigelassen wird;
  2. sichergestellt wird, dass Gao Zhisheng in der Haft nicht gefoltert oder misshandelt wird;
  3. Gao Zhisheng bis zu seiner Freilassung regelmäßig uneingeschränkten Kontakt zu seiner Familie, einem Rechtsbeistand seiner Wahl sowie angemessener medizinischer Versorgung erhält.

Hochachtungsvoll

Präsident von Kolumbien
Iván Duque
Palacio de Nariño, Carrera 8 No.7-26
Bogotá
KOLUMBIEN
E-Mail: contacto@presidencia.gov.co
Twitter: @IvanDuque
Im Juni 2021

Sehr geehrter Herr Präsident,

aufgrund von Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wende ich mich heute an Sie.

AI ist eine unabhängige nicht-staatliche Organisation mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen und der UNESCO. Die Organisation arbeitet weltweit für die Verteidigung von Menschen, die unter der Verletzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen inhaftiert, gefoltert, verschleppt oder getötet wurden bzw. werden.

In diesem Fall handelt es sich um Jani Silva.

Sie ist eine Kleinbäuerin, die ihr Leben dem Schutz des kolumbianischen Amazonasgebiets gewidmet hat und ist Mitbegründerin der Organisation Asociación de Desarrollo Integral Sostenible de La Perla Amazónica (ADISPA).

Aufgrund ihrer Arbeit gab es in den vergangenen 14 Monaten bereits sieben bedrohliche Vorfälle im direkten Umfeld von Jani Silva, darunter auch Morddrohungen gegen sie. Die bewaffnete Gruppe „Comandos de la Frontera“ hat in den vergangenen Monaten gedroht, alle verfügbaren Mittel einzusetzen, um das Bestehen von „La Perla Amazónica“ als Reservat zu beenden. Den Bitten für Jani Silvas Schutz zu sorgen, sind die kolumbianischen Behörden bislang nicht nachgekommen. Jani Silva ist nach wie vor in großer Gefahr.

Ich appelliere deshalb dringend an Sie, sehr geehrter Herr Präsident: Setzen Sie sich bitte kraft Ihres hohen Amtes dafür ein, dass in Absprache mit den Mitgliedern der Organisation ADISPA Maßnahmen zu deren Schutz ergriffen werden, damit sich die Organisation weiterhin für Frieden, Umweltschutz und die Rechte kleinbäuerlicher Gemeinden einsetzen kann.

Hochachtungsvoll