Briefe gegen das Vergessen

British lawyer, Peter Benenson, launches an Appeal for Amnesty ’61 with the publication of an article, ‚The Forgotten Prisoners‘ in The Observer newspaper, London, United Kingdom (UK), on May 28th. The imprisonment of two Portuguese students who had raised their wine glasses in a toast to freedom moved Benenson to write this article which proved to be the genesis of AI.

Briefe gegen das Vergessen

Allen, die uns monatlich durch Briefe verschicken unterstützen,

ein herzliches Dankeschön verbunden mit den besten Wünschen für das Jahr 2026. Vor allem Gesundheit und Zuversicht in diesen schwierigen Zeiten wünscht Ihnen/Euch

die Kirchheimer Gruppe von Amnesty International
Dr. Roswitha Alpers, Hannelore Benz, Marianne Gmelin, Renate Hirsch, Dorothea Hohler, Birgit Höß, Sebastian Huber, Gerda Knorr, Barbara Nagel, Rosemarie Reichelt, Uschi Schenk, Beate Willi, Karin Zweibrücker

 

Täglich werden Menschen weltweit festgenommen, bedroht, gefoltert, getötet. Weil sie ihre Meinung sagen, sich für die Menschenrechte in ihrem Land einsetzen oder mit friedlichen Mitteln ihre Regierung kritisieren. Gewaltlose politische Gefangene verschwinden oft für Jahre hinter Gittern – ohne faires Gerichtsverfahren und unter unterschiedlich schwierigen Haftbedingungen. Die Gefahr, dass sie vergessen werden, ist groß. Darum brauchen sie unseren Schutz, unsere Solidarität, unseren Einsatz!

Aus diesem Grund startet Amnesty International sogenannte „Briefe gegen das Vergessen“. Sie geben den Gefangenen Hoffnung und zeigen den Verantwortlichen, dass die Gefangenen nicht in Vergessenheit geraten sind. Die „Briefe gegen das Vergessen“ wirken durch ihre enorme Anzahl.


Wir brauchen Ihre Unterstützung

Wir brauchen Ihre Unterstützung. Gegen das Vergessen. Beteiligen Sie sich an den Briefen gegen das Vergessen.

August 2026

Oberste Justizautorität
Gholamhossein Mohseni Ejei
c/o Embassy of Iran to the European Union
Avenue Franklin Roosevelt No. 15
1050 Bruxelles
BELGIEN

Im August 2026

Sehr geehrter Herr Ejei,

aufgrund von Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wende ich mich heute an Sie.

In diesem Fall handelt es sich um Pakhshan Azizi.

Ich mache mir große Sorgen um sie. Sie ist inhaftiert und von der Hinrichtung bedroht. Pakhshan Azizi gehört der kurdischen Minderheit in Iran an und wurde 2024 wegen „bewaffneter Rebellion gegen den Staat“ (baghi) zum Tode verurteilt.

Pakhshan Azizi leistete zwischen 2014 und 2022 humanitäre Hilfe für Frauen und Mädchen, die von der bewaffneten Gruppe „Islamischer Staat“ vertrieben worden waren. Auch unter Folter hat sie stets bestritten, Verbindungen zu bewaffneten kurdischen Gruppen zu haben.

Ich bitte Sie dringend, Pakhshan Azizi nicht hinzurichten und ihr Todesurteil aufzuheben. Sie muss freigesprochen und aus der Haft entlassen werden. Bitte sorgen Sie dafür, dass sie bis zu ihrer Freilassung angemessen medizinisch versorgt wird und Besuch von ihrer Familie und Rechtsbeiständen erhalten darf. Stellen Sie sicher, dass sie vor weiterer Folter geschützt und ihre Foltervorwürfe untersucht werden. 

Bitte verhängen Sie ein offizielles Hinrichtungsmoratorium.

Mit freundlichen Grüßen

President Isaias Afewerki
Office of the President
PO Box 257
Asmara
ERITREA
                                                                                                          Im August 2026

Sehr geehrter Herr Präsident,

aufgrund von Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wende ich mich heute an Sie.

AI ist eine unabhängige nicht-staatliche Organisation mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen und der UNESCO. Die Organisation arbeitet weltweit für die Verteidigung von Menschen, die unter der Verletzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen inhaftiert, gefoltert, verschleppt oder getötet wurden bzw. werden. 

In diesem Fall handelt es sich um Dawit Isaak.

Der schwedisch-eritreische Journalist wurde im September 2001 festgenommen. Damals hatte er sich beim Informationsministerium über die Schließung unabhängiger Medienkanäle beschwert. Seither halten ihn die eritreischen Behörden ohne Kontakt zur Außenwelt fest. Sie weigern sich, seinen Aufenthaltsort oder Einzelheiten über seinen Gesundheitszustand preiszugeben.

Im Dezember 2025 reiste die schwedische Außenministerin nach Eritrea. Bei ihrem Besuch brachte sie den Fall von Dawit Isaak zur Sprache. Der eritreische Informationsminister Yemane Ghebremeskel erklärte ihr, Dawit Isaak werde nicht wegen seiner journalistischen Tätigkeit oder seiner Ansichten beschuldigt. Vielmehr gehe es um seine Verbindung zu einer Oppositionsgruppe, der im Zusammenhang mit dem Krieg zwischen Eritrea und Äthiopien von 1998 bis 2000 Landesverrat vorgeworfen wird. Dawit Isaak wurde jedoch nie angeklagt oder vor Gericht gestellt.

Ich fordere Sie höflich und mit Nachdruck auf, den Verbleib von Dawit Isaak bekannt zu geben und ihn umgehend und bedingungslos freizulassen, da er ein gewaltloser politischer Gefangener ist, der nur wegen der friedlichen Wahrnehmung seines Rechts auf Meinungsfreiheit inhaftiert ist.

Mit freundlichen Grüßen

Prime Minister
Anutin Charnvirakul
Government House
1 Phitsanalok Road
Bangkok
THAILAND
E-Mail: prforeign@prd.go.th

Im August 2026

Sehr geehrter Herr Premierminister,

aufgrund von Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wende ich mich heute an Sie.

AI ist eine unabhängige nicht-staatliche Organisation mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen und der UNESCO. Die Organisation arbeitet weltweit für die Verteidigung von Menschen, die unter der Verletzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen inhaftiert, gefoltert, verschleppt oder getötet wurden bzw. werden. 

In diesem Fall handelt es sich um Le Chi Thanh.

Er wurde am 6. März 2026 von den Einwanderungsbehörden festgenommen und es wird befürchtet, dass ihm die Abschiebung nach Vietnam droht.

Le Chi Thanh ist ein AntiKorruptionsaktivist aus Vietnam. Dort war er früher bereits im Gefängnis und wurde gefoltert. Er hält sich legal in Thailand auf und erhielt nach der Einreise auch eine Arbeitserlaubnis. Außerdem wurde er in Thailand vom UNHCR als Flüchtling anerkannt. Doch nun haben die Behörden seine Arbeitserlaubnis für nichtig erklärt, da die vietnamesischen Behörden offenbar seinen Reisepass annulliert haben. Es besteht die reale Gefahr, dass Le Chi Thanh bei einer Abschiebung nach Vietnam weiteren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt wäre.

Ich bitte Sie, Le Chi Thanh nicht nach Vietnam abzuschieben. Lassen Sie ihn bitte umgehend frei und sorgen Sie dafür, dass er und andere Asylsuchende Zugang zu einem umfassenden, wirksamen und fairen Asylverfahren erhalten. Solange er sich im Gewahrsam befindet, muss Le Chi Thanh gemäß den UN-Mindestgrundsätzen für die Behandlung von Gefangenen (Nelson Mandela-) behandelt werden.

Mit freundlichen Grüßen