Briefe gegen das Vergessen
ein herzliches Dankeschön verbunden mit den besten Wünschen für das Jahr 2026. Vor allem Gesundheit und Zuversicht in diesen schwierigen Zeiten wünscht Ihnen/Euch
Täglich werden Menschen weltweit festgenommen, bedroht, gefoltert, getötet. Weil sie ihre Meinung sagen, sich für die Menschenrechte in ihrem Land einsetzen oder mit friedlichen Mitteln ihre Regierung kritisieren. Gewaltlose politische Gefangene verschwinden oft für Jahre hinter Gittern – ohne faires Gerichtsverfahren und unter unterschiedlich schwierigen Haftbedingungen. Die Gefahr, dass sie vergessen werden, ist groß. Darum brauchen sie unseren Schutz, unsere Solidarität, unseren Einsatz!
Aus diesem Grund startet Amnesty International sogenannte „Briefe gegen das Vergessen“. Sie geben den Gefangenen Hoffnung und zeigen den Verantwortlichen, dass die Gefangenen nicht in Vergessenheit geraten sind. Die „Briefe gegen das Vergessen“ wirken durch ihre enorme Anzahl.
Wir brauchen Ihre Unterstützung
Wir brauchen Ihre Unterstützung. Gegen das Vergessen. Beteiligen Sie sich an den Briefen gegen das Vergessen.
Mai 2026
Sr. João Lourenço
Presidente da República de Angola
c/c Sra. Sónia Veigas
Secretário-Geral do Presidente da República
Órgãos Auxiliares do Presidente da República
Palácio Presidencial, Rua 17 de Setembro
Cidade Alta, Luanda
ANGOLA
E-Mail: secretariageral@oapr.gov.ao
Twitter: @jlprdeangola
Im Mai 2026
Sehr geehrter Herr Präsident,
aufgrund von Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wende ich mich heute an Sie.
AI ist eine unabhängige nicht-staatliche Organisation mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen und der UNESCO. Die Organisation arbeitet weltweit für die Verteidigung von Menschen, die unter der Verletzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen inhaftiert, gefoltert, verschleppt oder getötet wurden bzw. werden.
In diesem Fall handelt es sich um Serrote José de Oliveira (General Nila).
Er befindet sich seit Juli 2025 willkürlich und ohne Anklage in Haft.
Serrote José de Oliveira ist ein Sprecher der UNTRA-Bewegung (Unidade Nacionalpara Total Revolução de Angola), die im Juli 2025 in Luanda den landesweiten Taxistreik mitorganisierte. Als er gemeinsam mit anderen Aktivist*innen den ersten Tag der Proteste filmte, schossen mutmaßliche Angehörige der Kriminalpolizei auf die Gruppe und verletzten Serrote José de Oliveira am linken Bein. Anschließend wurde er festgenommen und befindet sich seither in Gewahrsam. Seine Rechtsbeistände haben nur eingeschränkten Zugang zu seiner Fallakte, was befürchten lässt, dass er kein faires Verfahren erhält.
Bitte sorgen Sie dafür, dass Serrote José de Oliveira unverzüglich freigelassen wird, falls er nicht umgehend einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt und in einem fairen Verfahren vor Gericht gestellt wird.
Hochachtungsvoll
Gholamhossein Mohseni Ejei
c/o Embassy of Iran to the United Nations
Chemin du Petit-Saconnex 28
1209 Genf
SCHWEIZ
Im Mai 2026
Sehr geehrter Herr Ejei,
aufgrund von Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wende ich mich heute an Sie.
Es handelt sich um Ahmadreza Djalali.
Ich mache mir große Sorgen um den schwedisch-iranischen Wissenschaftler und Arzt, der seit April 2016 in Iran inhaftiert ist.
Ahmadreza Djalali wurde 2017 in einem grob unfairen Verfahren wegen „Verdorbenheit auf Erden“ (ifsad fil-arz) zum Tode verurteilt: Ihm wurde vorgeworfen, er habe mit Israel zusammengearbeitet, was er bestreitet. Seine Inhaftierung ist willkürlich, da seine Rechte auf ein faires Verfahren massiv verletzt wurden. Im Juni 2025 war er wochenlang „verschwunden“. Weder seine Familie noch seine Rechtsbeistände wussten, wo er ist und wie es ihm geht. Nun mache ich mir Sorgen, dass Ahmadreza Djalali im Geheimen hingerichtet werden könnte. Außerdem ist er in der Vergangenheit nicht angemessen medizinisch versorgt worden, u. a. nach einem Herzinfarkt im Mai 2025, was mich zusätzlich um seine Gesundheit und sein Leben fürchten lässt.
Bitte stoppen Sie alle Pläne für die Hinrichtung von Ahmadreza Djalali, heben Sie sein Todesurteil auf und lassen Sie ihn unverzüglich frei. Sorgen Sie zudem bitte dafür, dass er bis zu seiner Freilassung angemessen medizinisch versorgt wird und vor weiterer Folter und Misshandlung geschützt ist. Ich appelliere zudem an Sie, ein offizielles Hinrichtungsmoratorium zu verfügen mit dem Ziel, die Todesstrafe ganz abzuschaffen.
Hochachtungsvoll
Miguel Díaz Canel
President of Cuba
Hidalgo Esq. 6
Plaza de La Revolución
CP 10400, La Habana
KUBA
X: @DiazCanelB
E-Mail: despacho@presidencia.gob.cu
Im Mai 2026
Sehr geehrter Herr Präsident,
aufgrund von Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wende ich mich heute an Sie.
AI ist eine unabhängige nicht-staatliche Organisation mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen und der UNESCO. Die Organisation arbeitet weltweit für die Verteidigung von Menschen, die unter der Verletzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen inhaftiert, gefoltert, verschleppt oder getötet wurden bzw. werden.
In diesem Fall handelt es sich um Sayli Navarro Álvarez.
Sie befindet sich seit 2021 willkürlich in Haft und muss dringend freigelassen werden.
Sayli Navarro Álvarez ist Mitbegründerin der „Damen in Weiß“ (Damas de Blanco). Die Bewegung wurde von Ehefrauen, Töchtern und anderen Verwandten der 75 politischen Gefangenen gegründet, die während des „Schwarzen Frühlings“ 2003 inhaftiert wurden. Sie leisten friedlichen Widerstand gegen die Unterdrückung von politisch Andersdenkenden auf Kuba. Die Aktivistin wurde im Zusammenhang mit Protesten im Juli 2021 festgenommen und zu acht Jahren Haft verurteilt. Sie ist eine von vielen, die willkürlich in Haft sind, weil sie ihre Stimme gegen die Regierung erhoben haben.
Bitte sorgen Sie dafür, dass Sayli Navarro Álvarez und alle anderen gewaltlosen politischen Gefangenen umgehend und bedingungslos freigelassen werden, da sie nur deshalb inhaftiert sind, weil sie friedlich ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen haben.
Hochachtungsvoll
