Briefe gegen das Vergessen

Briefe gegen das Vergessen

Täglich werden Menschen weltweit festgenommen, bedroht, gefoltert, getötet. Weil sie ihre Meinung sagen, sich für die Menschenrechte in ihrem Land einsetzen oder mit friedlichen Mitteln ihre Regierung kritisieren. Gewaltlose politische Gefangene verschwinden oft für Jahre hinter Gittern – ohne faires Gerichtsverfahren und unter unterschiedlich schwierigen Haftbedingungen. Die Gefahr, dass sie vergessen werden, ist groß. Darum brauchen sie unseren Schutz, unsere Solidarität, unseren Einsatz!

Aus diesem Grund startet Amnesty International sogenannte „Briefe gegen das Vergessen“. Sie geben den Gefangenen Hoffnung und zeigen den Verantwortlichen, dass die Gefangenen nicht in Vergessenheit geraten sind. Die „Briefe gegen das Vergessen“ wirken durch ihre enorme Anzahl.


Wir brauchen Ihre Unterstützung

Wir brauchen Ihre Unterstützung. Gegen das Vergessen. Beteiligen Sie sich an den Briefen gegen das Vergessen

Mai 2020

Brief

King Salman bin Abdul Aziz Al Saud
c/o Botschaft des Königreichs Saudi-Arabien
Herrn Mohammed Mutlaq L. Alanazi, Botschaftsrat
Tiergartenstr. 33-34, 10785 Berlin
Fax: 030 – 88 92 51 76
E-Mail: deemb@mofa.gov.sa Im Mai 2020

Majestät,

aufgrund von Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wende ich mich heute an Sie.

AI ist eine unabhängige nicht-staatliche Organisation mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen und der UNESCO. Die Organisation arbeitet weltweit für die Verteidigung von Menschen, die unter der Verletzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen inhaftiert, gefoltert, verschleppt oder getötet wurden bzw. werden. 

In diesem Fall handelt es sich um Waleed Abu al-Khair.

Der Rechtsanwalt wurde im Juli 2014 von einem Sonderstrafgericht in Dschidda unter anderem wegen „Ungehorsams gegenüber dem König“ und „Beleidigung der Justiz“ zu 15 Jahren Gefängnis, einem anschließenden Reiseverbot und einer hohen Geldstrafe verurteilt. Waleed Abu al-Khair hat viele Opfer von Menschenrechtsverletzungen vor Gericht vertreten. Im September 2018 wurde Waleed Abu al-Khair in Abwesenheit mit dem Alternativen Nobelpreis der Stockholmer Right-Livelihood-Stiftung ausgezeichnet.

Waleed Abu al-Khair wurde am 9. Januar ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem sich sein Gesundheitszustand aufgrund eines Hungerstreiks massiv verschlechtert hatte. Er beendete seinen Hungerstreik erst nach etwa zwei Monaten, nachdem er am 6. Februar aus dem Hochsicherheitstrakt zurück in seine vorherige Zelle verlegt worden war.

Hiermit bitte ich Sie dringend, Majestät: Sorgen Sie kraft Ihres hohen Amtes dafür, dass 

  1. Waleed Abu al-Khair umgehend und bedingungslos freigelassen wird; 
  2. alle Anklagen gegen ihn fallengelassen werden und das Urteil gegen ihn aufgehoben wird;
  3. der Rechtsanwalt in der Haft nicht gefoltert oder in anderer Weise misshandelt wird;
  4. er regelmäßig Besuch von seinen Angehörigen erhalten darf und die von ihm benötigte medizinische Behandlung erhält.

Hochachtungsvoll

Nicolás Maduro
Präsident von Venezuela
c/o Botschaft der Bolivarischen Republik Venezuela
S.E. Herr Ramon Orlando Maniglia Ferreira
Schillstraße 10, 10785 Berlin

Fax: 030 – 83 22 40 20
E-Mail: embavenez.berlin@botschaft-venezuela.de                       Im Mai 2020

Sehr geehrter Herr Präsident,

aufgrund von Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wende ich mich heute an Sie.

AI ist eine unabhängige nicht-staatliche Organisation mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen und der UNESCO. Die Organisation arbeitet weltweit für die Verteidigung von Menschen, die unter der Verletzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen inhaftiert, gefoltert, verschleppt oder getötet wurden bzw. werden. 

In diesem Fall handelt es sich um Rubén González.

Der Gewerkschafter und gewaltlose politische Gefangener befindet sich aufgrund seines friedlichen Einsatzes für die Arbeitsrechte in Venezuela in Haft. Das Verfahren gegen ihn vor einem Militärgericht war politisch motiviert und unfair. Am 29. November 2018 wurde Rubén González von der Generaldirektion der militärischen Spionageabwehr (DGCIM) festgenommen und am 13. August 2019 wurde er von dem Militärgericht zu fünf Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

Rubén González leidet seit mehr als zehn Jahren an Niereninsuffizienz und an Bluthochdruck. Derzeit ist sein Blutdruck besonders hoch, sodass er dringend behandelt werden muss. Wenn er die benötigte medizinische Hilfe nicht erhält, ist sein Leben in Gefahr.

Deshalb appelliere ich dringend an Sie, sehr geehrter Herr Präsident: Setzten Sie sich bitte kraft Ihres hohen Amtes dafür ein, dass Rubén González 

  1. sofort und bedingungslose freigelassen wird;
  2. in der Zwischenzeit bis zu seiner Freilassung die dringend benötigte medizinische Behandlung erhält, um seine Niereninsuffizienz und seinen Bluthochdruck in den Griff zu bekommen.

Hochachtungsvoll

Mr Sévérin QUENUM
Avenue Jean-Paul II
01BP 967 Cotonou
BENIN
Fax: (00 229) 21 31 34 48
E-Mail: secretariat@justice.bj Im Mai 2020

Sehr geehrter Herr Minister,

aufgrund von Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wende ich mich heute an Sie.

AI ist eine unabhängige nicht-staatliche Organisation mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen und der UNESCO. Die Organisation arbeitet weltweit für die Verteidigung von Menschen, die unter der Verletzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen inhaftiert, gefoltert, verschleppt oder getötet wurden bzw. werden. 

In diesem Fall handelt es sich um die 37-jährige siebenfache Mutter

Prudence Amoussou.

Sie wurde am 1. Mai 2019 in Cotonou bei einer Demonstration angeschossen. Die Polizei setzte scharfe Munition gegen Personen ein, die nach den umstrittenen Parlamentswahlen aus Protest auf die Straße gingen. Tags darauf starb Prudence Amoussou im Krankenhaus an ihren Verletzungen.

Deshalb appelliere ich nun dringend an Sie, sehr geehrter Herr Minister: Setzen Sie sich bitte kraft Ihres hohen Amtes dafür ein, dass im Fall von Prudence Amoussou

  1. umgehend eine sorgfältige und unparteiische Untersuchung der Todesursache eingeleitet wird;
  2. die Familienangehörigen entschädigt werden;
  3. alle mutmaßlich Verantwortlichen in fairen Verfahren vor Gericht gestellt werden;
  4. das Amnestiegesetz von 2019 geändert wird, sodass keine Amnestien für Straftaten und schwere Menschenrechtsverletzungen gewährt werden können, die in der Zeit unmittelbar nach den Wahlen begangen wurden.

Hochachtungsvoll