Briefe gegen das Vergessen

British lawyer, Peter Benenson, launches an Appeal for Amnesty ’61 with the publication of an article, ‚The Forgotten Prisoners‘ in The Observer newspaper, London, United Kingdom (UK), on May 28th. The imprisonment of two Portuguese students who had raised their wine glasses in a toast to freedom moved Benenson to write this article which proved to be the genesis of AI.

Briefe gegen das Vergessen

Allen, die uns monatlich durch Briefe verschicken unterstützen,

ein herzliches Dankeschön verbunden mit den besten Wünschen für das Jahr 2026. Vor allem Gesundheit und Zuversicht in diesen schwierigen Zeiten wünscht Ihnen/Euch

die Kirchheimer Gruppe von Amnesty International
Dr. Roswitha Alpers, Hannelore Benz, Marianne Gmelin, Renate Hirsch, Dorothea Hohler, Birgit Höß, Sebastian Huber, Gerda Knorr, Barbara Nagel, Rosemarie Reichelt, Uschi Schenk, Beate Willi, Karin Zweibrücker

 

Täglich werden Menschen weltweit festgenommen, bedroht, gefoltert, getötet. Weil sie ihre Meinung sagen, sich für die Menschenrechte in ihrem Land einsetzen oder mit friedlichen Mitteln ihre Regierung kritisieren. Gewaltlose politische Gefangene verschwinden oft für Jahre hinter Gittern – ohne faires Gerichtsverfahren und unter unterschiedlich schwierigen Haftbedingungen. Die Gefahr, dass sie vergessen werden, ist groß. Darum brauchen sie unseren Schutz, unsere Solidarität, unseren Einsatz!

Aus diesem Grund startet Amnesty International sogenannte „Briefe gegen das Vergessen“. Sie geben den Gefangenen Hoffnung und zeigen den Verantwortlichen, dass die Gefangenen nicht in Vergessenheit geraten sind. Die „Briefe gegen das Vergessen“ wirken durch ihre enorme Anzahl.


Wir brauchen Ihre Unterstützung

Wir brauchen Ihre Unterstützung. Gegen das Vergessen. Beteiligen Sie sich an den Briefen gegen das Vergessen.

Januar 2026

 

Hiroshi Hiraguchi
Minister of Justice
1-1-1 Kasumigaseki
Chiyoda-ku
Tokyo 100-8977
JAPAN
                                                                                                              Im Januar 2026

Sehr geehrter Herr Minister,

aufgrund von Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wende ich mich heute an Sie.

Es geht um den Fall Matsumoto Kenji.

Ich mache mir große Sorgen um Matsumoto Kenji, der seit mehr als 25 Jahren im Todestrakt sitzt. Er ist seit seiner Geburt geistig eingeschränkt und sollte allein deshalb nicht zum Tode verurteilt sein.

Ich bitte Sie höflich, die geplante Hinrichtung von Matsumoto Kenji zu stoppen und sämtliche Todesurteile in Japan in Haftstrafen umzuwandeln. Die Todesstrafe verstößt gegen das Recht auf Leben und sollte daher nicht mehr verhängt werden.

Bitte erlassen Sie als ersten Schritt hin zur Abschaffung der Todesstrafe ein offizielles Hinrichtungsmoratorium. Sorgen Sie zudem dafür, dass die Haftbedingungen von zum Tode Verurteilten verbessert werden, dazu gehört auch die Abschaffung der Isolationshaft.

Hochachtungsvoll

His Excellency

Emmerson Dambudzo Mnangagwa
The President of ZimbabweS 
Presidential Offices,

State House Harare
P. Bag 7700, Causeway
SIMBABWE
X: @edmnangagwa
E-Mail: Info@opc.gov.zw                                                                    Im Januar 2026

Sehr geehrter Herr Präsident,

aufgrund von Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wende ich mich heute an Sie.

AI ist eine unabhängige nicht-staatliche Organisation mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen und der UNESCO. Die Organisation arbeitet weltweit für die Verteidigung von Menschen, die unter der Verletzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen inhaftiert, gefoltert, verschleppt oder getötet wurden bzw. werden.

In diesem Fall handelt es sich um

Cecillia Chimbiri, Joanna Mamombe und Netsai Marova

Die Oppositionspolitikerinnen wurden im Jahr 2020 im Polizeigewahrsam misshandelt, und ihnen droht nach wie vor ein Verfahren wegen fabrizierter Anklagen.

Cecillia Chimbiri, Joanna Mamombe und Netsai Marova wurden am 13. Mai 2020 in Harare festgenommen, weil sie eine Protestveranstaltung angeführt hatten, die die staatlichen Maßnahmen gegen die Coronapandemie thematisierte. Am selben Tag fielen sie dem Verschwindenlassen zum Opfer und wurden in dieser Zeit gefoltert und sexuell genötigt. Die Behörden haben bis heute weder ihr Verschwindenlassennoch die Foltervorwürfe untersucht, und die drei Frauen stehen nach wie vor unter Anklage wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Lockdownvorschriften. Das entsprechende Gerichtsverfahren wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.  

Bitte sorgen Sie dafür, dass alle noch bestehenden Anklagen gegen die drei Frauen fallengelassen werden. Leiten Sie zudem dringend eine zielführende und unabhängige Untersuchung ihres Verschwindenlassens sowie ihrer Folterung und Misshandlung, u. a. durch sexualisierte Gewalt, ein und ziehen Sie die mutmaßlich Verantwortlichen zur Rechenschaft.

Hochachtungsvoll

Staatspräsident
Ilham Aliyev
President of Azerbaijan
19 Istiqlaliyyat Street
Baku AZ1066
ASERBAIDSCH
​​​​​​​​​        Im Januar 2026

Sehr geehrter Herr Präsident,

aufgrund von Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wende ich mich heute an Sie.

AI ist eine unabhängige nicht-staatliche Organisation mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen und der UNESCO. Die Organisation arbeitet weltweit für die Verteidigung von Menschen, die unter der Verletzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen inhaftiert, gefoltert, verschleppt oder getötet wurden bzw. werden.

In diesem Fall handelt es sich um die anhaltende willkürliche Inhaftierung von zahlreichen Journalist*innen und Medienschaffenden im Zuge der Weltklimakonferenz (COP29) 2024.

Im Juni 2025 verurteilte ein Gericht in Baku den Korrespondenten von Radio Free Europe, Farid Mehralizade, sowie sechs Journalist*innen des investigativenNachrichtenportals AbzasMedia zu Haftstrafen zwischen siebeneinhalb und neun Jahren: den Direktor Ulvi Hasanli, seinen Stellvertreter Mahammad Kekelov, die Chefredakteurin Sevinj Vagifgyzy, die Journalistinnen Elnara Gasimova und Nargiz Absalamova sowie den Investigativjournalisten Hafiz Babali

Sechs Mitarbeiter*innen des Nachrichtensenders Meydan TV, Khayala Agayeva, Aytaj Ahmadova, Aynur Ganbarova, Natig Javadli, Aysel Umudova und Ramin Deko (Jabrayilzade), sowie der stellvertretende Direktor der Journalistenschule Baku, Ulvi Tahirov, sind seit Dezember 2024 in Untersuchungshaft. Zwei von ihnen sollen gefoltert und misshandelt worden sein, anderen wird die erforderliche medizinische Versorgung verweigert.

Bitte sorgen Sie dafür, dass alle wegen ihrer kritischen Berichterstattung festgenommenen Medienschaffenden unverzüglich freigelassen werden. Leiten Sie bitte eine wirksame Untersuchung aller Misshandlungsvorwürfe und konstruierter Anschuldigungen ein. Setzen Sie auch der Einschränkung der Medienfreiheit und der Unterdrückung anderer unabhängiger Stimmen in Aserbaidschan ein Ende.

Hochachtungsvoll