Briefe gegen das Vergessen

Briefe gegen das Vergessen

Täglich werden Menschen weltweit festgenommen, bedroht, gefoltert, getötet. Weil sie ihre Meinung sagen, sich für die Menschenrechte in ihrem Land einsetzen oder mit friedlichen Mitteln ihre Regierung kritisieren. Gewaltlose politische Gefangene verschwinden oft für Jahre hinter Gittern – ohne faires Gerichtsverfahren und unter unterschiedlich schwierigen Haftbedingungen. Die Gefahr, dass sie vergessen werden, ist groß. Darum brauchen sie unseren Schutz, unsere Solidarität, unseren Einsatz!

Aus diesem Grund startet Amnesty International sogenannte „Briefe gegen das Vergessen“. Sie geben den Gefangenen Hoffnung und zeigen den Verantwortlichen, dass die Gefangenen nicht in Vergessenheit geraten sind. Die „Briefe gegen das Vergessen“ wirken durch ihre enorme Anzahl.


Wir brauchen Ihre Unterstützung

Wir brauchen Ihre Unterstützung. Gegen das Vergessen. Beteiligen Sie sich an den Briefen gegen das Vergessen!

Mai 2019

Brief

His Highness
Sheikh Abdullah bin Zayed 

bin Sultan Al Nahyan
Minister of Foreign Affairs and 

International Cooperation
King Abdullah bin Abdul Aziz Al Saud Street
Al Bateen, Abu Dhabi
VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE Im Mai 2019

Exzellenz,

aufgrund von Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wende ich mich heute an Sie.

AI ist eine unabhängige nicht-staatliche Organisation mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen und der UNESCO. Die Organisation arbeitet weltweit für die Verteidigung von Menschen, die unter der Verletzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen inhaftiert, gefoltert, verschleppt oder getötet wurden bzw. werden. 

In diesem Fall handelt es sich um den 23-jährigen Rashid Hussain Brohi.

Er wurde am 26. Dezember 2018 von Sicherheitskräften der Vereinigten Arabischen Emirate festgenommen. Das Auto des pakistanischen Staatsbürgers wurde von zwei Fahrzeugen ausgebremst und angehalten. Die zivil gekleideten Fahrer der beiden Wagen zeigten Abzeichen vor, die sie als Angehörige des emiratischen Geheimdienstes auswiesen. Sie legten jedoch keinen Haftbefehl vor, als sie Rashid Hussain Brohi in Gewahrsam nahmen.

Seine Familie versucht, Informationen zu seinem Verbleib zu erhalten. Bisher haben die Behörden jedoch keinerlei Auskünfte über seinen Aufenthaltsort, die Gründe für seine Inhaftierung oder mögliche Anklagen gegen ihn preisgegeben.

Die anhaltende willkürliche Inhaftierung von Rashid Hussain Brohi ohne Kontakt zur Außenwelt kommt dem Verschwindenlassen gleich. Außerdem besteht die Gefahr, dass Rashid Hussain Brohi nach Pakistan abgeschoben wird. Dort wäre sein Leben in Gefahr.

Deshalb bitte Sie dringend, den Aufenthaltsort von Rashid Hussain Brohi bekanntzugeben und ihm regelmäßigen Kontakt zu seiner Familie und einem Rechtsbeistand seiner Wahl zu gestatten. Zudem bitte ich Sie, sicherzustellen, dass er nicht nach Pakistan abgeschoben wird und dass jegliche gegen ihn erhobenen Anklagen in einem öffentlichen und fairen Verfahren verhandelt werden.

Hochachtungsvoll

Direktor Deng Huilin
Chongqing Municipal Public 

Security Bureau
555 Huanglong Lu
Yubei Qu
Chongqing Shi 401120
VOLKSREPUBLIK CHINA                                                                        Im Mai 2019

Sehr geehrter Herr Direktor,

aufgrund von Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wende ich mich heute an Sie.

AI ist eine unabhängige nicht-staatliche Organisation mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen und der UNESCO. Die Organisation arbeitet weltweit für die Verteidigung von Menschen, die unter der Verletzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen inhaftiert, gefoltert, verschleppt oder getötet wurden bzw. werden. 

In diesem Fall handelt es sich um Dong Guangping.

Er wurde am 13. Juli 2018 zu 42 Monaten Haft verurteilt. Bereits ein Jahr vor der Urteilsverkündung war er wegen „Anstiftung zum Umsturz“ und „illegaler Überquerung der Staatsgrenze“ für schuldig befunden worden. Weder seine Familie noch die von seiner Familie beauftragten Rechtsbeistände erhielten Informationen über das Verfahren oder das Urteil. Seit seiner Festnahme gibt es keine offiziellen Informationen über seinen Verbleib oder seinen Gesundheitszustand.

Der ehemalige Polizist wurde 1999 aus dem Polizeidienst entlassen, nachdem er einen offenen Brief unterzeichnet und Artikel verbreitet hatte, in denen des 10. Jahrestags des Massakers gedacht wurde. Bereits zuvor war er aufgrund seines friedlichen Aktivismus mehrmals in China inhaftiert worden. Um den Drangsalierungen zu entgehen, floh er im September 2015 zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter nach Thailand. Von dort wurde er im November 2015 abgeschoben.

Ich bitte Sie hiermit, sich dafür einzusetzen, dass Dong Guangping umgehend freigelassen wird oder ein faires, internationalen Standards entsprechendes Gerichtsverfahren erhält. Außerdem bitte ich Sie darum, sicherzustellen, dass Dong Guangping nicht wegen der friedlichen Wahrnehmung seiner Menschenrechte festgehalten wird.

Hochachtungsvoll

Präsident Isaias Afewerki
Office of the President
PO Box 257
Asmara
ERITREA Im Mai 2019

Exzellenz,

aufgrund von Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wende ich mich heute an Sie.

AI ist eine unabhängige nicht-staatliche Organisation mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen und der UNESCO. Die Organisation arbeitet weltweit für die Verteidigung von Menschen, die unter der Verletzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen inhaftiert, gefoltert, verschleppt oder getötet wurden bzw. werden. 

In diesem Fall handelt es sich um die 22-jährige Ciham Ali Ahmed.

Sie ist seit ihrem 15. Lebensjahr in Eritrea unter Bedingungen inhaftiert, die dem Verschwindenlassen gleichkommen.

Am 8. Dezember 2012 wurde Ciham Ali Ahmed festgenommen, als sie gemeinsam mit ihrem Onkel versuchte, die Grenze zwischen dem Sudan und Eritrea zu übertreten. Seither wird sie ohne Kontakt zur Außenwelt in geheimer Haft gehalten. Alle, die die Grenze überschreiten, werden in der Regel für etwa vier bis sechs Monate inhaftiert. Doch Ciham Ali Ahmed und ihr Onkel befinden sich mehr als fünf Jahre später immer noch ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt an einem unbekannten Ort in Haft.

Es wurde nie Anklage gegen Ciham Ali Ahmed erhoben, und auch die Gründe für ihre Festnahme und anhaltende Inhaftierung wurden nie erläutert. Ich befürchte, dass sie in Haft gehalten wird, um sie für mutmaßliche Aktivitäten ihres Vaters zu bestrafen, dem man vorwirft, 2013 an einem Putschversuch in Eritrea beteiligt gewesen zu sein.

Hiermit bitte ich Sie dringend, dafür zu sorgen, dass der Aufenthaltsort von Ciham Ali Ahmed bekanntgegeben und sie umgehend und bedingungslos freigelassen wird. Ich bitte Sie außerdem, bis zu ihrer Freilassung die Sicherheit von Ciham Ali Ahmed zu garantieren.

Hochachtungsvoll

Hochachtungsvoll